Gemeinsam gegen die Schuldenspirale

NIEDERKASSEL. Der richtige Umgang mit Geld will gelernt sein. „Aktuelle Studien belegen, dass leider immer mehr Jugendliche in die Schuldenspirale geraten, weil sie bei den Verlockungen der Konsumwelt den Überblick verlieren“, so Ralf Klösges, Regionaldirektor der Kreissparkasse Köln. Wolfgang Hopp, Bezirksdirektor der Geschäftsstelle Niederkassel ergänzt: „Es ist wichtig und sinnvoll, mit jungen Menschen zu dem Thema Geld und Schulden frühzeitig in Dialog zu treten und dieses intensiver in die Lehrpläne der Schulen zu integrieren.“ Handlungsbedarf sehen hier auch die Schulleiter der GHS Lülsdorf, der Alfred-Delp-Realschule und des Kopernikus-Gymnasiums. Gemeinsam beschlossen sie eine Lernpartnerschaft mit der Kreissparkasse Köln, Bezirksdirektion Niederkassel.

Michael Liß, Schulleiter der GHS Lülsdorf, hebt die Bedeutung von außerschulischen Partnern für die Schule hervor: „Wenn ein Experte aus der Wirtschaft den Schüler/innen als Diskussionspartner gegenüber steht, so kommt das authentischer an. Die Jugendlichen sind wesentlich motivierter, sich mit der Thematik auseinander zu setzen.“

„Für uns ist es selbstverständlich, dass Schule sich öffnen muss, um die Schülerinnen auf Wirtschaftsthemen und die Anforderungen im Bereich des Übergangs Schule-Beruf vorzubereiten. Eine Lernpartnerschaft mit einem Unternehmen ermöglicht unserer Schule, Unterricht anders zu gestalten“, erklärt Dorothee Büchler, Schulleiterin des Kopernikus-Gymnasiums. „Unterrichtsprojekte wir Aktien und Börse werden in den entsprechenden Fachcurricula fest verankert, um die Nachhaltigkeit zu gewährleisten“, ergänzt Dorothee Wihler, Schulleiterin der Alfred-Delp-Realschule.

Die Schulen kooperieren mit den Fachkräften der Kreissparkasse u.a. in Unterrichtsprojekten zu den Themen „Aktien und Börse“, „Umgang mit Geld“, „Schuldenfalle Handy“, „Sparen“, „Berufswahlorientierung“, „Bewerbungstraining“. Es werden Betriebserkundungen in der Geschäftsstelle durchgeführt, Fachleute der Kreissparkasse kommen aber auch für Expertengespräche in die Schule. Jede Schule setzt eigene Schwerpunkte, die Projekte wurden schulspezifisch konzipiert.

Die Vernetzung von Schule und Arbeitswelt ist Ziel der Bildungsinitiative KURS. KURS, „Kooperation Unternehmen der Region und Schule“ ist eine Gemeinschaftsinitiative der Bezirksregierung Köln, der Industrie- und Handelskammern Bonn/Rhein-Sieg, Aachen und Köln sowie der Handwerkskammer zu Köln. Jürgen Hindenberg, Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung der IHK Bonn/Rhein-Sieg, hebt die Bedeutung von KURS-Lernpartnerschaften hervor: „KURS trägt dazu bei, Schülerinnen und Schülern Wirtschaftsthemen sowie Berufs- und Arbeitswelt näher zu bringen und sie praxisnah auf die Anforderungen in Beruf und Studium vorzubereiten.“ Nach Auffassung von Schulamtsdirektor Michael Blöß ist eine frühe Begegnung der Jugendlichen mit der Arbeitswelt von enormer Bedeutung. So erwerben die Schüler/innen Schlüsselqualifikationen, die ihre Chancen auf eine Berufsausbildung auf dem Arbeitsmarkt verbessern. „Vor allem durch die Praxisorientierung können hier Schülerinnen und Schüler ganz individuell gefördert werden.“ Für Kreisschuldezernent Thomas Wagner ist die Zusammenarbeit von Schulen und Unternehmen der Region ein wichtiger Aspekt, wenn es darum geht, den Übergang zwischen Schule und Beruf zu gestalten. „Wir nehmen uns dieser Thematik sehr an. Aus diesem Grunde haben wir im Rhein-Sieg-Kreis eine Stelle eingerichtet, die sich ausschließlich mit dem Übergangsmanagement befasst. Die Initiative KURS begrüßen wir daher sehr.“

Helmut Esch, 1. Beigeordnete der Stadt Niederkassel, hob die Bedeutung der Zusammenarbeit von Schulen und Unternehmen der Region hervor und bekundete seine Unterstützung für die Ziele der Bildungsinitiative KURS. Den Lernpartnern wünschte er viel Erfolg für ihre Zusammenarbeit.