Wöchentlicher Praxistag im Altenheim

Astrid-Lindgren-Schule Schleiden & Stiftung Evangelisches Alten- und Pflegeheim Gemünd

Schleiden – Gemünd. „Mit viel Liebe und die Entdeckung der Langsamkeit…“ Dies könnte den gemeinsamen Heimbesuch von Förderschullehrer Detlev Leß und KURS-Koordinatorin Vanessa Rauch passend beschreiben.

Beide begleiten heute Lehramtsstudentin Luisa Knips, die im Rahmen der sonderpädagogischen Förderung Yasmin E. und weitere Astrid-Lindgren-Schülerinnen des 8. Schulbesuchsjahres wöchentlich mit viel Engagement unterstützt.

Bei was? Bei all den Tätigkeiten, die für Hauptansprechpartnerin Nele Koenn vom Sozialen Dienst täglich anstehen und von ihr für die Praxistagschülerinnen dienstags auf einem festen Ablaufplan aufgelistet werden. Für Yasmin steht an:

  • „Bewohner:innen begrüßen und nach dem Wohlbefinden fragen – Gesprächsanlässe schaffen“
  • Karnevalsorden fertigstellen und mit Süßigkeiten befüllen
  • Senioren zur Gruppenstunde einladen und diese dorthin bringen
  • Helfend und lernend beim heutigen „Gedächtnistraining“ Dabei-sein“

Knips und Koenn berichten, dass die größte Hürde für die etwas schüchterne Jugendliche ist, bei den Seniorinnen zu klopfen und nach dem anfänglichen „Guten Morgen, wie geht es Ihnen?“ Gesprächsideen zu entwickeln sich mit alten Menschen erzählend zu unterhalten. Doch daran arbeiten alle drei mit Liebe und Geduld.

Ohnehin „geht“ hier alles langsam, denn einen Stuhlkreis mit beeinträchtigten alten Menschen zu füllen, dauert eben.

Doch dafür machen diese Gruppenstunden Yasmin dann besonders Spaß:

„Manchmal überraschen wir die Bewohner:innen mit dem Thema erst im Sitzkreis. Letzte Woche zum Beispiel hatten wir „Tee“ als Thema. Wir haben unterschiedliche Sorten versucht zu er-riechen und zu er-schmecken.“

Yasmin macht die Arbeit im sozialen Dienst so viel Freude, dass sie nach den Osterferien ihr zweiwöchiges Praktikum in der Stiftung macht. Hier dürfen Praktikanten natürlich auch in den Pflegebereich und die Hauswirtschaft hineinschnuppern.

„So regelmäßig in der echten Berufswelt mitzuarbeiten ist eine echte Zukunftschance für unsere Förderschüler:innen“ resümiert der erfahrende Detlev Leß. Im Sommer beginne ein ASL-Schüler ein freiwilliges soziales Jahr im EvA gepflegt.

Letztlich schmiedeten alle Beteiligten im Rahmen der Fortschreibung noch neue Pläne, nämlich einen „Demenzkoffer“ durch eine Schulklasse mit Erinnerungsgegenständen und Kindheitserinnerungen zu füllen von Großeltern, welche die Bewohner zu Erzählanlässen animieren, von denen die Jugendlichen geschichtlich profitieren.

Bereits seit 2014 besteht die KURS-Kooperation, zu der heute bunte Jubiläumsblumen überreicht wurden, denn bald wir ja auch im Heim wieder Karneval gefeiert – mit liebevoll gebastelten Orden.