Übung macht den Meister – bei 330°C

 

NÜMBRECHT. Eine gerade Linie zu schweißen ist einfach? – Von wegen! Und wellenförmige Linien? – Die erst recht nicht! Mit einem Heißluftfön, Seitenschneider und PVC-Utensilien ausgestattet stellten sich die Schülerinnen und Schüler des 8er-Wahlpflichtkurses Handwerk und Technik der Sekundarschule Nümbrecht-Ruppichteroth den Herausforderungen. Unterstützt wurden sie dabei von Mitarbeitern und Auszubildenden der SARSTEDT AG und Co. KG, Hersteller für Labor- und Medizintechnik, mit Hauptsitz in Nümbrecht.

Nach einer kurzen Sicherheitsunterweisung und Input zum konkreten Vorgehen beim Verschweißen einer PVC-Platte mit PVC-Stäben gingen die Jugendlichen voller Elan ans Werk. Hierbei gab es einiges zu beachten: Die Stäbe müssen angeschrägt werden, um saubere Ansatzpunkte auf der Platte herstellen zu können, die Schweißtemperatur beider Komponenten muss bei 330°C liegen. Nur so verbinden sich die Polymerketten der PVC-Platten und -Stäbe. Was bis hierhin schon überaus anspruchsvoll klingt, lässt nur erahnen, wie herausfordernd der Schweißprozess an sich ist. Man merkte schnell: Präzises Arbeiten und etwas Geduld sind der Schlüssel zu guten Ergebnissen, denn bei zu hoher Temperatur sehen die Schweißnähte unsauber aus, bei zu schnellem Ziehen des erhitzen Stabes kann sich dieser nicht mit der Platte verbinden, reißen oder – bei zu langsamer Bewegung – auch klumpen.

Das Sprichwort „Übung macht den Meister“ grüßt hier mit einem breiten Grinsen, das die Schülerinnen und Schüler dank der Ermutigung und Hilfe der Mitarbeiter von SARSTEDT gerne erwiderten. Die Kursteilnehmenden wurden mit jedem geschweißten Millimeter merklich erfahrener und selbstbewusster, sodass sie sich auch an riskante Linienführungen in Form engerer Schlangenlinien oder sogar Herzen heranwagten. Neben den Rückmeldungen der Unternehmensvertreter war den Lernenden auch wichtig zu erfahren, wie ihr Techniklehrer die jeweiligen Ergebnisse beurteilte. Das Zusammenspiel verschiedener Feedbackquellen bestärkte die Teilnehmenden in ihrem Prozess, teilweise bemerkenswert gute Schweißarbeiten anzufertigen, die voller Stolz im Kurs gezeigt wurden. Kleinere Rückschläge gab es zwar auch, diese wurden jedoch als Anreiz, sich nochmals zu versuchen, gesehen, sodass jeder am Ende der Doppelstunde ein selbstverschweißtes Werkstück mit nach Hause nehmen konnte.

Zukünftig sollen ähnliche Vorhaben umgesetzt werden, insbesondere auch mit der Unterstützung durch Auszubildende. Durch den geringen Altersunterschied zwischen Azubis und Lernenden konnte eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, beinahe auf Augenhöhe, erfolgen, die von allen Seiten als gewinnbringend wahrgenommen wurde.