Wenn Programmcode zum Erlebnis wird: Leistungskurse erleben IT und Simulation hautnah

STOLBERG. Am 6. Februar 2026 besuchten drei Q1-Leistungskurse des Goethe-Gymnasiums Stolberg die CAE GmbH. Insgesamt 22 Schülerinnen und Schüler aus den Leistungskursen Mathematik, Informatik und Physik erhielten dabei praxisnahe Einblicke in moderne IT-Berufsfelder und Ausbildungswege. Begleitet wurden sie von ihren Lehrkräften Andrea Banaszak, Andreas Horstmann und Nils Steffen.

Zu Beginn stellte Susanne Weiland, HR Business Partner bei CAE, das Unternehmen sowie die verschiedenen Ausbildungs- und Einstiegsmöglichkeiten vor. Einen Schwerpunkt bildet dabei die Ausbildung zum/zur Mathematisch-technischen Softwareentwickler:in (MATSE), daneben ist bei CAE aber auch eine klassische Ausbildung im Bereich Fachinformatik für Systemintegration oder als Industriekauffrau/-mann möglich. Mit Blick auf die Entscheidung für ein duales MATSE-Studium betonte Weiland: „Es ist wichtig, dass es deins ist – nicht die Entscheidung der Eltern oder sonst jemandem. Wenn die Entscheidung wirklich deine ist, dann ist es auch die richtige und du wirst Spaß und Erfolg haben.“

Anschließend gab Claudia Keverpütz von der RWTH Aachen vertiefende Einblicke in den dualen MATSE-Studiengang. Anhand konkreter Beispiele stellte sie Studieninhalte, den Aufbau des dualen Studiums sowie die zeitliche Blockung von Theorie- und Praxisphasen vor und verdeutlichte, wie eng Studium und betriebliche Ausbildung miteinander verzahnt sind.

Besonders praxisnah wurde es im nächsten Programmpunkt: In fünf Stationen präsentierten die MATSE-Ausbilder Samuel Sarholz und Carsten Orth gemeinsam mit Auszubildenden und Mitarbeitenden konkrete Projekte und Anwendungen aus dem Unternehmensalltag. Dabei wurden zunächst reale Problemstellungen vorgestellt, bevor mögliche Lösungswege und Umsetzungsschritte gemeinsam nachvollzogen wurden – etwa bei einer Anwendung zur Darstellung von Simulationsdaten oder bei der Programmierung eines unternehmenseigenen Tools zur digitalen Verwaltung von Ausbildungsnachweisen und Projekten. Ein häufiges Thema war dabei die Rolle und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Ausbilder und Systemarchitekt Carsten Orth lobte das vorhandene Vorwissen der Schülerinnen und Schüler, sein Kollege Samuel Sarholz freute sich über viele interessierte Fachfragen.

Das Highlight des Tages bildete der Besuch des Innovation-Centers. Hier durften die Jugendlichen verschiedene Simulationsanlagen selbst ausprobieren: vom Hubschrauber- und Flugzeugcockpit bis hin zur Lenkung einer Drohne oder taktischen Manövern, die mithilfe eines digitalen Boards als Augmented Reality dargestellt wurden. So erhielten die Schülerinnen und Schüler einen eindrucksvollen Einblick in Simulationssysteme, wie sie sowohl in zivilen als auch militärischen Bereichen z. B. zur Schulung von professionellen Pilotinnen und Piloten zum Einsatz kommen.

Entsprechend positiv fiel das Fazit aus. Q1-Schüler Patrick, der eine MATSE-Ausbildung ernsthaft in Erwägung zieht, resümierte: „Ich fand es cool, einmal das Endergebnis des Programmierens zu sehen und ausprobieren zu können. Mir hat auch gefallen, dass wir denjenigen Fragen stellen durften, die so etwas wirklich machen.“

Zum Abschluss des Besuchs unterzeichneten Michael Gotzens (HR-Leiter bei CAE), Schulleiter Bernd Decker sowie Michael Arth von der IHK Aachen eine Kooperationsvereinbarung. Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen Schule und Unternehmen im Rahmen einer KURS-Lernpartnerschaft langfristig zu intensivieren und die Berufsorientierung der Schülerinnen und Schüler weiter zu stärken.

MINT-Koordinator Nils Steffen freut sich insbesondere über die Stärkung des naturwissenschaftlich-technischen Profils seiner Schule: „Es ist für uns wichtig, unseren Schülern reale Anwendungsbereiche zu zeigen, damit sie das, was sie in der Schule lernen, auch als Möglichkeiten innerhalb der Berufswelt sehen.“