
SCHLEIDEN-KALL. Vor einigen Monaten hatten die Neunt- und Zehntklässler der Clara-Fey-Schule Schleiden die Theo Hillers GmbH, deren vielfältige Ausbildungsangebote und die beiden Hauptansprechpartner Tobias Klinkhammer (Leiter Spritzgießfertigung) und Heiko Soppa (Leiter Montagefertigung) bereits bei der Betriebsvorstellung kennengelernt.
Wer nun bei diesem besonderen Technik-Projekt beim KURS-Lernpartner in Kall dabei sein wollte, musste sich vorab gezielt bei Techniklehrer Niclas Jansen bewerben und ganze sieben Stunden Zeit mitbringen. Dafür erwartete die sechs Schleidener Schüler etwas ganz Besonderes, nämlich die mechanische Erstellung eines solarbetriebenen Hubschraubers mit spannenden Bearbeitungsverfahren: Neben Anreißen, Fräsen, Feilen und Entgraten standen auch das Sandstrahlen, Lasergravieren sowie das Anschließen der Elektrokomponenten auf dem Programm.
Nach einer kurzen anfänglichen Sicherheitsunterweisung, der gemeinsamen Einführung in die Konstruktionssoftware sowie den 3D-Druck wurden Maximilian, Andreas, Magnus, Lukas, Matthias und Jan jeweils Auszubildenden oder jungen Gesellen zugeteilt, die in einer 1:1-Betreuung die verschiedenen Abteilungen im Unternehmen mit den Jungs durchliefen.
Die Neunt- und Zehntklässler zeigten sich hoch motiviert, weil sie alles selber ausprobieren und die benötigten Komponenten für den eigenen Hubschrauber eigenständig anfertigen durften.

Die Schüler Magnus Baumgarten und Lukas Weckmann konnten nach vorheriger Anleitung den 3D-Druck der Rotoren mit Hilfe von flüssigem Harz, das Waschen und die letztendliche Aushärtung bereits selbst erläutern und nachahmen.
„Die Jungs sind alle interessiert, wissbegierig und arbeiten richtig mit. Hoffentlich können wir den ein oder anderen so begeistern, dass er sich auch bei uns bewirbt“, so Spritzgießfertigung-Experte Klinkhammer.

Derweil erstellte Technikschüler Matthias Trimborn beim Lasergravieren unter Anleitung den QR-Code für die Rückseite des Helikopters. Hierbei durfte er sein Werkstück auch lackieren und abschließend mit kaltem Wasser reinigen.
Mit großem Interesse reiste auch Michael Arth, Referent für Ausbildung der Industrie- und Handelskammer Aachen, an, um sich das außergewöhnliche Technikprojekt des Kaller Betriebs aus nächster Nähe anzusehen.

Zehntklässer Jan Ritter fand das Sandstrahlen bisher am interessantesten. Nun aber musste er sich beim Drehen konzentrieren: Werkstück einspannen, anbohren, mit dem passenden Zentrierbohrer vorbohren usw.

Lukas Weckmann hatte währenddessen sein Werkstück im Schraubstock der Fräse eingespannt, dieses angetastet und nun konzentrierte er sich auf den Mittelpunkt des Lochkreises, um die Durchgangsbohrung exakt auf 6,6 mm zu bohren.

Heiko Soppa betonte abschließend, dass das „Learning bei doing“ im Kaller Ausbildungsbetrieb besonders wichtig sei: „Jeder Schüler, der zu einem solchen KURS-Projekt kommt, aber auch jeder Praktikant, soll hier bei Hillers praktisch mitarbeiten und alle Abteilungen durchlaufen dürfen.“
Dafür waren auch die Neuntklässler Maximilian Schmitt und Andreas Nagel dankbar, denn die Zeit verging für sie wie im Fluge. Ob auch ihr Hubschrauber letztlich abhebt? Zumindest haben sie ihn mit Freude und filigraner Arbeit zusammengebaut.

Das Fazit des Techniklehrers Niclas Jansen: „Jedes Projekt in der Schule ist irgendwie gekünstelt. Das hier war wirklich authentisch, eine grandiose neue Erfahrung und vor allem ein Schnuppern in die echte Arbeitswelt.“
Die Clara-Fey-Schule und die Theo Hillers GmbH sind nun seit drei Jahren KURS-Lernpartner – weiter so!
