
BAD MÜNSTEREIFEL (EUSKIRCHEN). Wie sich Physikunterricht ganz konkret in der Praxis anwenden lässt, erlebten die Siebtklässler der Städtischen Realschule Bad Münstereifel bei einem Expertenbesuch des KURS-Lernpartners INNECKEN Elektrotechnik. Vier Auszubildende des Unternehmens – Louis Labonte, Valentin Lillo, Lars Schmitz und Max Kühl – waren zu Gast im Physikunterricht und brachten nicht nur ihr Unternehmen, sondern vor allem jede Menge Praxis mit.
Nach einer kurzen Vorstellung des Betriebs und der Ausbildungsmöglichkeiten stand schnell das praktische Arbeiten im Mittelpunkt. Die Schülerinnen und Schüler konnten selbst Hand anlegen und anwenden, was sie zuvor gemeinsam mit ihrem Physiklehrer Lutz Gradewald zum Thema „Elektrik“ gelernt hatten. Leitungen wurden abisoliert, mit Aderendhülsen versehen, im Bau- und Schaltplan markiert und anschließend von der Klemme bis zum jeweiligen Bedienelement fachgerecht angeschlossen.
Um dies zu ermöglichen, hatten die Auszubildenden Probeplatten mit unterschiedlichen Schaltungen mitgebracht. Ziel war es, die zugehörigen LED-Schalter korrekt zu verdrahten und zum Leuchten zu bringen. Jakob Schmitz und Tamino Tometzki (beide Klasse 7c) übernahmen die Verkabelung – mit sichtbarem Erfolg: Als Tamino den Schalter testete, leuchtete das Bedienelement „Motor läuft“. Entsprechend begeistert fiel das Fazit aus: „Es ist großartig, so viel praktisch machen zu dürfen und das alles so gut erklärt zu bekommen.“

Der Besuch war zugleich Ausdruck einer langjährigen Zusammenarbeit: Seit 2018 besteht die KURS-Kooperation zwischen der Städtischen Realschule Bad Münstereifel und INNECKEN Elektrotechnik. Bereits sechs ehemalige Realschülerinnen und Realschüler konnten dadurch für eine Ausbildung gewonnen werden. Einer von ihnen ist Max Kühl, für den die Rückkehr an seine „alte Schule“ eine besondere Erfahrung war. „Erst jetzt, in der Ausbildung, merke ich, wie entspannt das Schulleben im Vergleich war“, berichtet er. „Heute stehe ich oft schon um 5 Uhr auf oder komme erst nach 18 Uhr von Baustellen zurück. Dafür arbeite ich in einem tollen Team, erhalte eines der höchstmöglichen Ausbildungsgehälter, habe bei Innecken sogar den Luxus eines freien Freitags – und darf heute selbst einmal in die Lehrerrolle schlüpfen und Siebtklässlern Physik näherbringen.“
Physiklehrer Lutz Gradewald zog ein durchweg positives Fazit. Ein solcher Expertenbesuch von jungen Fachkräften, die im Betrieb überwiegend Schaltschränke bauen, sei für den Unterricht besonders wertvoll und für die Schülerinnen und Schüler absolut glaubwürdig. „Heute hat jeder gesehen und gehört, wie man mit dem Geld verdienen kann, was wir im Physikunterricht lehren und lernen.“


