
AACHEN. Im Rahmen eines MINT-Tages besuchte eine neunköpfige Schülergruppe der Jahrgangsstufe 9 des Gymnasiums Würselen am 26.3.2026 das Aachener Unternehmen Pulsar Photonics. Ziel des Besuchs war es, den Jugendlichen praxisnahe Einblicke in moderne Technologien und berufliche Perspektiven im naturwissenschaftlich-technischen Bereich zu ermöglichen.
Im Werk für Anwendungstechnik stellte Philip Oster, Leiter der Abteilung Auftragsfertigung, verschiedene Laseranlagen vor und erklärte die Rolle des Unternehmens als Maschinenbauer für industrielle Laserbearbeitung. Besonders beeindruckend war die Präzision der eingesetzten Technologien: Die Bearbeitung erfolgt im Mikrometer-Bereich – also tausendfach kleiner als ein Millimeter. Einige der erzeugten Strukturen sind mit bloßem Auge nicht sichtbar und konnten nur mithilfe eines hochauflösenden Mikroskops betrachtet werden.
Trotz der Komplexität gelang es Oster, der Lasertechnik und angewandte Physik am Frauenhofer-Institut in Aachen studiert hat, die Inhalte verständlich und anschaulich zu vermitteln. Ein ähnlicher Ansatz prägte auch den anschließenden Workshop unter der Leitung von Lars Ruhfus-Hartmann, Produktionstechnologe und Ausbildungsbeauftragter, der seine Ausbildung bei Pulsar Photonics absolviert hat. Er knüpfte gezielt an das Vorwissen der Schülerinnen und Schüler an und erklärte grundlegende physikalische Konzepte anhand von Alltagsbeispielen. So wurde zunächst der Begriff „Licht“ näher beleuchtet, um verschiedene Wellenarten und Wellenlängen zu unterscheiden. Darauf aufbauend erklärte er die Lichtbrechung und leitete zur Funktionsweise von Lasern über.
Anschließend wurden konkrete Anwendungsfelder der Lasertechnologie vorgestellt, darunter Laserbohren, Präzisionsschneiden, Laserablation und Oberflächenstrukturierung. Die Einsatzgebiete reichen von Elektrotechnik und Luft- und Raumfahrt über Werkzeug- und Formenbau bis hin zur Medizin und Zahnmedizin, Halbleiter- und Automobilindustrie sowie Umwelt- und Recyclingtechnologien.
Besonders anschaulich wurde der Workshop durch praktische Experimente: Die Schülerinnen und Schüler simulierten beispielsweise die Datenübertragung in Glasfaserkabeln mithilfe einer Handylampe und eines meterlangen Kunststoffmodells. Zudem untersuchten sie die Brechung von Laserstrahlen mit Linsen und Spiegeln.

Nach dem theoretischen Teil ging es zurück ins Werk, wo die Gruppe weitere Maschinen und Fertigungsprozesse kennenlernen konnte. Auch hier wurden Werkstücke unter dem Mikroskop analysiert. Ein besonderes Highlight war die Möglichkeit, eigene Werkstücke mit einer individuellen Lasergravur zu versehen. Den Abschluss bildete ein Quiz, bei dem die Schülerinnen und Schüler ihr neu erworbenes Wissen unter Beweis stellen konnten.
Das Fazit fiel durchweg positiv aus: Neuntklässler Jonathan zeigte sich begeistert: „Ich habe viel über Laser und deren Funktionsweisen gelernt. Ich fand es faszinierend, dass in so winzigen Anwendungsbereichen gearbeitet wird.“ Auch seine Mitschülerin Julia war beeindruckt: „Mir hat es auf jeden Fall sehr gut gefallen und ich war überrascht, wie komplex die Maschinen und Abläufe sind.“
Physiklehrer Patrick Klein hob besonders den praktischen Nutzen des Besuchs hervor: Die Schülerinnen und Schüler hätten nicht nur theoretisches Wissen vertieft, sondern auch spannende und oft unbekannte Berufsfelder kennengelernt.
Der Besuch bei Pulsar Photonics zeigte eindrucksvoll, wie moderne Technologie greifbar gemacht werden kann – und wie wichtig praxisnahe Einblicke für die Berufsorientierung junger Menschen sind.


