KURS verbindet Lernlandschaften und Serverraum

KÖLN. Die Heliosschule – inklusive Universitätsschule Köln – gilt als eines der ambitioniertesten Schulprojekte in Deutschland. Basierend auf dem Konzept von Kersten Reich wird sie kontinuierlich weiterentwickelt und wissenschaftlich durch Prof. Dr. Matthias Martens begleitet. Als Ausbildungs- und Forschungsschule der Universität zu Köln verbindet sie pädagogische Innovation mit wissenschaftlicher Reflexion – und ist nun auch Teil des KURS-Netzwerks.

Mit dem IT Center University of Cologne (ITCC) konnte ein starker KURS-Partner aus dem universitären Umfeld gewonnen werden. Das ITCC beeindruckt nicht nur durch seine Dimensionen – rund 100.000 verwaltete Accounts, 2,5 Millionen E-Mails pro Woche sowie 67.000 betreute Webseiten mit über 40 Millionen Seitenaufrufen –, sondern vor allem durch seine zentrale Rolle in der digitalen Infrastruktur der Universität. Hier wird deutlich, wie wichtig qualifizierte Fachinformatikerinnen und Softwareentwicklerinnen sind. Neben Studienangeboten engagiert sich das ITCC daher auch in Ausbildung und dualem Studium.

Im Rahmen des Auftaktprojekts wurden die Partnerschaftsurkunden feierlich überreicht: an den Leiter des ITCC, Prof. Dr. Ing. Stefan Wesner sowie an den Schulleiter Andreas Niessen. Übergeben wurden sie von Vertreterinnen der Industrie- und Handelskammer Köln: Sina Schmelz, Leiterin Ausbildung, und Agnes Szymura, Koordinatorin Schule Wirtschaft.

Besonders lebendig wurde die Kooperation durch die Erfahrungen von sechs Schülerinnen und Schülern aus dem achten Jahrgang der Heliosschule. Sie berichteten von ihrem ersten Besuch im ITCC – von einem spannenden Programmierworkshop in Python bis hin zu einem eindrucksvollen Erlebnis im sogenannten CAVE (Cave Automatic Virtual Environment). In diesem dreidimensionalen Projektionsraum entsteht eine immersive Illusionswelt, in der komplexe Strukturen anschaulich erfahrbar werden. Das Gefühl, sich plötzlich in einer römischen Ausgrabungsstätte zu bewegen, hinterließ bleibenden Eindruck.

Prof. Dr. Stefan Wesner erzählte den Jugendlichen zudem von seinen eigenen Anfängen in der IT und zeigte eindrucksvoll, wie rasant sich Technologie entwickelt hat – etwa am Beispiel moderner Smartphones, deren Leistungsfähigkeit in den 1990er-Jahren noch zu den stärksten Computern weltweit gezählt habe. Seine Begeisterung für Informatik möchte er im Rahmen der KURS-Partnerschaft weitergeben und jungen Menschen Einblicke in Themen wie Künstliche Intelligenz, High Performance Computing und digitale Technologien ermöglichen.

Auch die Rolle der Industrie- und Handelskammer wurde den Schülerinnen und Schülern nähergebracht: Agnes Szymura und Sina Schmelz erklärten anschaulich die Aufgaben der IHK und ihr Engagement für die duale Ausbildung. KURS ist dabei ein zentraler Baustein, um berufliche Orientierung zu stärken und Begegnungen zwischen Schule und Arbeitswelt zu fördern.

Die Partnerschaft fügt sich nahtlos in das Konzept der inklusiven Universitätsschule ein. Andreas Niessen und Prof. Dr. Matthias Martens betonten die Bedeutung außerschulischer Kooperationen – ganz im Sinne des Leitsatzes: „Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf.“ Durch die Zusammenarbeit mit externen Partnern entstehen wertvolle Lerngelegenheiten, vielfältige Perspektiven und echte Begegnungen, die Schule lebendig machen.

Ein besonderer Fokus der KURS-Partnerschaft liegt zudem auf der Auseinandersetzung mit stereotypen Rollenbildern. Corinna Böschenbröker, Teamleitung Personal & IT Ausbildungskoordinatorin am ITCC, setzt sich aktiv dafür ein, Vorurteile abzubauen und insbesondere Mädchen und junge Frauen für die nach wie vor männlich geprägte IT-Welt zu begeistern.

So schließt sich der Kreis: Berufliche Orientierung braucht Begegnung. KURS schafft dafür den Raum – und eröffnet jungen Menschen Wege in ihre Zukunft.