Workshop zu Künstlicher Intelligenz: ausprobieren, verstehen, hinterfragen

AACHEN. Am 29. September 2026 stand am Einhard-Gymnasium eine Technologie im Mittelpunkt, die viele Jugendliche bereits täglich begleitet: Künstliche Intelligenz. Im Rahmen des schuleigenen MINT-Tags hatten 19 Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 bis 10 den Workshop mit dem Aachener Softwareunternehmen INFORM frei gewählt. Tommy Tran und Thu-Nhi Nguyen aus der Softwareentwicklung bei INFORM zeigten, wie KI funktioniert, wo sie im Alltag eingesetzt wird und warum ihre Ergebnisse kritisch geprüft werden sollten.

Zum Einstieg hieß es „Echt oder fake?“: In einem Mini-Quiz sollten reale Aufnahmen von KI-generierten Bildern unterschieden werden. Erstaunlich häufig lagen die Jugendlichen richtig – dennoch konnten sie nicht alle KI-Bilder identifizieren. Die Referenten gaben Tipps, woran sich generierte Bilder erkennen lassen, etwa an unnatürlichen Händen und Zähnen, fehlerhafter Schrift oder unstimmigen Schatten. Damit griff der Workshop eine Herausforderung auf, die den Jugendlichen auch in sozialen Netzwerken begegnet: Ein überzeugendes Bild ist noch kein Beleg dafür, dass das Dargestellte tatsächlich passiert ist.

Wie eine Künstliche Intelligenz Bilder erkennt, erprobten die Schülerinnen und Schüler anschließend mit eigenen KI-Modellen. Beispielsweise sollten die Handzeichen des Klassikers „Stein, Schere, Papier“ erkannt werden oder das Modell sollte bei verschiedenen Selfies lächelnde von grimmigen Gesichtsausdrücken unterscheiden. So wurde anschaulich, wie Trainingsdaten – vor allem abhängig von Qualität, Vielfalt und Menge – die Bilderkennung und die Zuverlässigkeit ihrer Ergebnisse beeinflussen.

Der nächste Teil knüpfte an die Nutzung von Chatbots wie ChatGPT und KI-Bildgeneratoren an. Die Jugendlichen erfuhren, wie Sprachmodelle Texte erzeugen und warum auch eine sicher formulierte Antwort falsch sein kann. Bei einem „Bild-Duell“ erstellten die Teams eigene KI-Bilder und versuchten, das Bild eines anderen Teams allein mit Worten nachzubauen. Dabei zeigte sich, wie Angaben zu Motiv, Perspektive, Licht und Stil in den sogenannten Prompts das Ergebnis verändern – und dass die KI Vorgaben nicht immer genau umsetzt. Für die eigene Nutzung hieß das: Prompts präzise formulieren und die Ergebnisse überprüfen.

Auch weniger sichtbare KI-Anwendungen kamen zur Sprache, etwa die Planung von Lieferwegen: Die Jugendlichen hatten den Auftrag, nach der kürzesten Route zu fünf Zielen zu suchen. Dabei wurde deutlich, dass der jeweils nächstgelegene Ort nicht automatisch zur besten Gesamtroute führt. Die Aufgabe schlug zugleich eine Brücke zur Arbeit von INFORM, dessen Software unter anderem logistische Abläufe optimiert.

Die Veranstaltung bot damit Gelegenheit, vertraute KI-Anwendungen besser zu verstehen und selbst auszuprobieren. Der Workshop schärfte zugleich den Blick dafür, Bilder und Antworten aus dem digitalen Alltag nicht ungeprüft zu übernehmen.