Köln: Bei herrlichem Sonnenschein wurden drei Bewohnerinnen des AWO Marie-Juchacz- Seniorenheims im Kölner Norden von Violetta, Kian, Angelina, Beyza und Mandy in ihren Rollstühlen aus dem Wohnbereich Chlodwigplatz abgeholt. Gemeinsam ging es in den nahegelegenen Olof-Palme-Park in Köln-Chorweiler, um dort spazieren zu gehen, frische Luft zu genießen und sich zu unterhalten. Die engagierten Schüler:innen aus den Klassen 9 und 10 der Henry-Ford-Realschule besuchen die Senioreneinrichtung alle zwei Wochen – und das bereits seit Beginn des Schuljahres.
Damit die Jugendlichen die Seniorinnen und Senioren sicher im Rollstuhl begleiten können, erhielten sie zu Beginn des Projekts eine Einführung in den Umgang mit Rollstühlen und die besonderen Bedürfnisse älterer Menschen. Bei schlechtem Wetter finden die Begegnungen im Wohnbereich statt – dann wird gemeinsam gespielt. Besonders beliebt sind „Mensch ärgere dich nicht“ und „Rummikub“. Ob beim Spielen oder beim Spazierengehen – ganz automatisch entstehen dabei Gespräche und ein lebendiger Austausch zwischen Jung und Alt.
Am heutigen Tag wurde zusätzlich auf dem Dachgarten des Seniorenheims gemeinsam gepflanzt: Die Hochbeete wurden mit frischem Grün und bunten Blumen bestückt – eine Aktivität, die Jung und Alt gleichermaßen Freude bereitete.
Was wie ein lockeres, generationsübergreifendes Zusammensein wirkt, ist in Wirklichkeit Teil eines langjährig etablierten Kooperationsprojekts im Rahmen von KURS – Kooperation von Unternehmen der Region und Schulen. Hier entstehen Erfahrungsräume, in denen sich unterschiedliche Generationen auf Augenhöhe begegnen. Berührungsängste werden abgebaut, gegenseitiges Verständnis gefördert und Vorurteile durch persönliche Begegnungen hinterfragt. Im gemeinsamen Tun werden ganz nebenbei ethische, soziale und moralische Werte erfahrbar gemacht und weitergegeben.
Darüber hinaus bietet das Projekt den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, Einblicke in verschiedene Berufsfelder im sozialen und pflegerischen Bereich zu gewinnen – etwa in der Altenpflege oder Betreuung – und unterstützt sie so bei ihrer beruflichen Orientierung. Nicht selten ergibt sich aus dem regelmäßigen Kontakt auch ein weiterführendes Interesse: Einige der teilnehmenden Jugendlichen absolvieren im Anschluss ein Schulpraktikum im Seniorenheim und vertiefen so ihre Erfahrungen im direkten Arbeitsumfeld.
