Maschinenbau trifft Informatik: Einblicke in digitale Fertigungsprozesse

AACHEN. Wie entstehen eigentlich die Kunststoffteile des Alltags? Welche Rolle spielt Software bei der Herstellung von Flugzeug- oder Automobilkomponenten? Und welche Chancen bietet Künstliche Intelligenz in der digitalen Fertigung? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhielten die Schülerinnen und Schüler des Wahlpflichtfachs „Design und Technologie“ der Jahrgangsstufe 9 am Städtischen Gymnasium St. Leonhard Aachen im Rahmen der KURS-Lernpartnerschaft mit der EXAPT Systemtechnik GmbH.

Am 23. Juni 2026 besuchte Geschäftsführer Michael Servos den Informatikkurs von Lehrer Boris Meltzow, um den Jugendlichen sein Unternehmen und dessen Tätigkeitsfelder vorzustellen. Dabei spannte er den Bogen von den Grundlagen des Maschinenbaus bis hin zu modernen Softwarelösungen für die industrielle Fertigung.

Den Einstieg bildeten vertraute Alltagsgegenstände wie Handyhüllen oder Kunststoffhalterungen. Anhand dieser Beispiele erläuterte Servos das Spritzgussverfahren und erklärte, wie die dafür eingesetzten Maschinen funktionieren und gesteuert werden. Von dort führte der Weg zu den Aufgabenbereichen von EXAPT, das Softwarelösungen für die digitale Fertigung entwickelt. Als weiteres Praxisbeispiel stellte er CNC-Werkzeugmaschinen vor und zeigte, wie moderne Produktionsprozesse durch intelligente Software unterstützt werden.

Die Schülerinnen und Schüler erhielten außerdem einen Einblick in grundlegende Fertigungsverfahren des Maschinenbaus wie Bohren, Fräsen und Drehen. An konkreten Anwendungsbeispielen verdeutlichte Servos die Dimensionen moderner Fertigung: So werden mit computergesteuerten Maschinen unter anderem Achsen für Bahnen, Komponenten für Flugzeuge und Schiffe sowie Bauteile für die Automobilindustrie hergestellt. Einige der dabei bearbeiteten Werkstücke bringen mehrere hundert Tonnen auf die Waage.

Besonders spannend für den Informatikkurs war die Verbindung zwischen Maschinenbau und Softwareentwicklung. Servos zeigte auf, wie Programme beispielsweise die Bewegungsabläufe mehrachsiger Maschinen simulieren oder die automatische Bestückung von Werkzeugmaschinen optimieren. Damit wurde deutlich, dass Informatik eine zentrale Rolle in modernen Produktionsprozessen spielt.

Zum Abschluss warf der Referent einen Blick in die Zukunft der digitalen Fertigung. Dabei thematisierte er die Möglichkeiten von Künstlicher Intelligenz ebenso wie deren aktuelle Grenzen. Die Jugendlichen erfuhren, wie KI bereits heute bei der Analyse und Optimierung von Fertigungsprozessen eingesetzt wird, warum menschliches Fachwissen jedoch weiterhin unverzichtbar bleibt.

Der Expertenvortrag bot den Schülerinnen und Schülern einen praxisnahen Einblick in die vielfältigen Schnittstellen zwischen Informatik, Maschinenbau und industrieller Softwareentwicklung und zeigte eindrucksvoll, welche beruflichen Perspektiven sich in diesem Bereich eröffnen.