AACHEN. Die umgangssprachliche Wendung „Kasse machen“ meint eigentlich so viel wie „viel Geld einnehmen.“ Bei einem Besuch einer Schülergruppe der Viktor-Frankl-Schule am 4.12.2024 bei REWE Stenten war diese Formulierung allerdings wortwörtlich zu verstehen: Der bereits in dritter Generation geführte Familienbetrieb mit einer langen Tradition seit 1954 sollte an diesem Tag aus ungewohnter Perspektive besichtigt werden.
Geschäftsführer Josef Stenten begrüßte die acht Schülerinnen und Schüler sowie deren Lehrkräfte in der Obst- und Gemüseabteilung bei einem gesunden Snack in Form von Obstspießen, Mandarinen und Erdnüssen. Gemeinsam mit den wissbegierigen Jugendlichen ging er typische Abläufe im Einzelhandel durch, angefangen von Bestellvorgängen und Abwicklungsprozessen bei der Warenannahme über das Einräumen und Bewerben der Produkte bis hin zur Preisgestaltung und Preisausweisung.
Dabei gab es nicht nur spannende Einblicke in Anforderungen und Bedürfnisse seitens der Kundschaft, z. B. in Bezug auf die Unterschiede zwischen konventionellen und Bio-Produkten. Auch die Personalstruktur und Anforderungen im Einzelhandel wurden in den Blick genommen. Bei einem kleinen Obst- und Gemüse-Quiz konnten die Schülerinnen und Schüler ihr breites Vorwissen unter Beweis stellen.
Als nächstes wurden die Fleisch- und Käsetheken inspiziert und auch hier durfte fleißig verkostet werden. Im Anschluss führte Josef Stenten die Besuchergruppe augenzwinkernd in den „kältesten Raum der Welt“. Die Jugendlichen durften bibbernd den konstant auf minus 22 Grad Celsius temperierten Kühlraum für Tiefkühlwaren erkunden und erlangten dabei wichtige Erkenntnisse über Kühlketten und entsprechende Umsetzungsmaßnahmen.
Das Highlight bildete die Simulation eines Bezahlvorgangs an der Kasse: Die Schülerinnen und Schüler durften wahlweise in die Rolle von bezahlenden Kunden oder Kassierenden schlüpfen. Neben dem Einscannen der Produkte und dem Abwickeln des eigentlichen Bezahlvorgangs stand vor allem die Kunden-Interaktion im Vordergrund und die Jugendlichen hatten dabei sichtlich Spaß.
Nachdem Achtklässlerin Liliana zu Beginn gefragt hatte, ob es denn auch eine Verwaltung gebe, die besichtigt werden könne, löste Josef Stenten sein Versprechen ein und führte die Gäste zum Abschluss in die Büroräume. Am Ende resümierte er: „Das war wir wirklich eine tolle Truppe! Alle waren sehr aufmerksam und es war erstaunlich, mit wie viel Interesse die jungen Menschen bei der Sache waren.“
Auch die Schülerinnen und Schüler zeigten sich begeistert. Während Charlin sich vor allem darüber freute, dass sie einmal selbst hinter der Kasse stehen durfte, bildete für Phil ganz klar der Kühlraum den Höhepunkt. Mitschülerin Nele fasste zusammen: „Ich fand es cool, dass wir heute einmal Räume kennenlernen durften, die sonst nur Mitarbeiter betreten – das war spannend!“
Klassenlehrerin Silke Richert und ihre Kolleginnen Jacqueline Genten und Tracey Dahrenmöller waren sich einig, dass ihre Zöglinge viele wichtige und vor allem praktische Einblicke in den Einzelhandel und damit verbundene Berufsbilder erhalten hatten. Man freue sich über die Möglichkeit, durch Kooperationsaktivitäten wie die heutige zu einem Perspektivwechsel zu verhelfen und letztlich auch Praktikumsplätze vermitteln zu können.
Dem konnte Josef Stenten nur zustimmen: „Gerne nutzen wir diese Gelegenheit, uns vor jungen Menschen zu präsentieren und für unseren Berufszweig zu begeistern. Daraus erwachsende Praktika helfen uns letztlich auch dabei, dass wir unsere Ausbildungsplätze weiterhin gut besetzen können.“
