KÖLN. Mit „Filmriss“ von Katharina Baumberger präsentierte die LVR Anna-Freud-Schule mit Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung ihr mittlerweile 15. Musicalprojekt im Rahmen der KURS-Kooperation mit dem WDR und begeisterte – auf und hinter der Bühne.
Ein pulsierender, tiefer Bass, flackerndes Licht, ein vielstimmiger Chor und ein Orchester ziehen mit einer Adaption von Deichkinds „Remmidemmi“ das Publikum sofort in den Bann. Oberhalb der Bühne kündigt eine Videoinstallation den Titel des Musicals an – und gibt den Startschuss für einen intensiven Abend.
Story mit Tiefe
Im Zentrum steht die Protagonistin Jessi. Sie erwacht nach ihrer Geburtstagsparty orientierungslos zu Hause im verwüsteten Wohnzimmer ihrer Eltern und kann sich nur an wenig erinnern. Neben Scherben, zerstörten Möbelstücken findet sich auch Blut an der Wand. Während die Polizei den Fall voreilig schließt, nehmen die Detektive Henry und Igor die Spur auf und unterstützen Jessi bei der Aufklärung. Kritisch beleuchtet das Stück Themen wie Alkoholismus, belastete Eltern, Partydrogen und den Umgang mit solchen Situationen – und findet schließlich zu einem Happy End.
Musik, Bühne, Ensemble
Chor, Theater AG, Instrumental AG sowie der instrumental- und vokalpraktische Kurs überzeugten unter der Leitung von Jan Seelbach in einem komplexen Zusammenspiel. Die kraftvolle Klanggestaltung, der vielstimmige Chor, die Darstellung auf der Bühne und die dynamische Regie schufen für die Zuschauer:innen ein besonderes Erlebnis, was durch mehrere musikalische Zugaben am Ende seinen Ausklang fand.
Teamarbeit und Kooperation
Besonders beeindruckend: die enge Zusammenarbeit mit Auszubildenden des WDR aus den Berufsbildern Fachkraft für Veranstaltungstechnik sowie Mediengestalter:innen. Sie begleiteten die Produktion professionell u. a. in den Bereichen Ton, Licht, Regie, Kameraführung und machten aus der Aufführung ein besonders gelungenes Bühnenereignis.
Sowohl die Schüler:innen als auch die Azubis des WDR wirkten gleichermaßen stolz, glücklich und hoch motiviert. Für beide Gruppen stellte dies ein gemeinsamer Lernprozess dar, der neben der Planung einer Veranstaltung in dieser Größenordnung auch gelebte Inklusion verkörpert. Insgesamt wirkten 82 Personen mit, davon 62 Schüler:innen sowie zahlreiche Kolleg:innen, darunter auch Ehemalige.
Ein großer Dank an den WDR sowie an alle Schüler:innen und Mitarbeitende für ihr breites Engagement erfolgte am Ende der Veranstaltung durch Schulleiterin Elke Goldschmidtböing und die stellvertretende Schulleiterin Esther Keppler. Die Kooperation mit dem WDR im Bereich des Musicalprojekts endet in diesem Jahr, doch es werde ein Nachfolgeprojekt geben, so Elke Goldschmidtböing.

