Zwischen Produktion und Preiskalkulation – Industrielle Fertigung zum Anfassen

AACHEN. Wie viel Betriebswirtschaft steckt eigentlich in einem Stück Schaumstoff? Dieser Frage gingen acht Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12 des Wirtschaftsgymnasiums des Berufskollegs Nord der Städteregion Aachen bei einer Betriebsbesichtigung am 7.5.2026 nach. Begleitet wurde die Lerngruppe von Lehrerin Alexandra Zilgens.

Im Rahmen der Kooperation mit der Firma W. KÖPP GmbH & Co. KG erhielten die Schülerinnen und Schüler spannende Einblicke in moderne Fertigungs- und Kalkulationsprozesse. Andre Johannes Stiebig, IT-Leiter des Unternehmens, sowie Kalkulationsexperte Lothar Heltzel führten durch verschiedene Produktionsbereiche und stellten die Werkstoffgruppen Zellkautschuk, Polyethylen (PE) und Moosgummi mit ihren vielfältigen Einsatzmöglichkeiten vor.

Besonders anschaulich waren die Einblicke in die Verarbeitung der Materialien: Vom Schneiden und Spalten großer Schaumstoffblöcke bis hin zur Weiterverarbeitung und Verklebung entstanden Produkte, die beispielsweise zum Dichten und Dämpfen in industriellen Anwendungsbereichen oder in zahlreichen Alltagsgegenständen und orthopädischen Orthesen eingesetzt werden.

Auch der Bezug zum BWL-Unterricht spielte eine zentrale Rolle: Anhand einer rund 250.000 Euro teuren Spaltmaschine erklärte Lothar Heltzel, welche Faktoren bei der Kalkulation industrieller Fertigung berücksichtigt werden müssen – von Wartungs- und Personalkosten bis hin zu schwankenden Energie- und Rohstoffpreisen. Zudem wurde deutlich, wie stark globale Entwicklungen und Lieferketten wirtschaftliche Prozesse beeinflussen.

Die Schülerinnen und Schüler zeigten sich beeindruckt von den praxisnahen Einblicken. Schüler Liam resümierte: „Ich fand es interessant, wie vielfältig Köpp ist. Es war spannend, die verschiedenen Bereiche kennenzulernen und Bezüge zu Themen aus dem Unterricht herzustellen.“ Auch Mitschülerin Aynaz hob hervor, wie interessant es gewesen sei, bekannte Unterrichtsinhalte an konkreten Fertigungsprozessen wiederzuerkennen.

Kalkulationsexperte Lothar Heltzel zog ebenfalls ein positives Fazit: „Es hat mir Spaß gemacht, den Schülerinnen und Schülern Einblicke in die Komplexität unserer Fertigung zu bieten. Dabei wurden viele Fragen gestellt, die von echtem Interesse zeugten.“