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Generationen zusammenbringen

8.3.2013. Stadt Leverkusen.

LEVERKUSEN. Nirgendwo werden die Folgen des demografischen Wandels so deutlich sichtbar wie in der Altenpflege. Zum einen gibt es aufgrund der länger werdenden Lebenserwartung immer mehr pflegebedürftige Menschen, zum anderen wird der Fachkräftemangel aufgrund der niedrigen Geburtenrate auch in diesem Berufsfeld immer größer. Grund genug für den Kreisverband Leverkusen e.V. des deutschen Roten Kreuzes, sich nicht mehr nur auf die bislang übliche Auszubildendensuche zu verlassen, sondern neue und nachhaltige Wege zu beschreiten. Hierzu zählt die KURS-Kooperation mit der Gemeinschaftshauptschule Neukronenberger Straße, die feierlich mit einem musikalischen und tänzerischen Rahmenprogramm mit der Unterzeichnung der KURS-Urkunden startete.

Eindrucksvoll konnte Fabian aus der Stufe 9 berichten, welche Erfahrungen er bereits während eines Praktikums in einem Pflegeheim gemacht hat: „Auch wenn man natür-lich damit konfrontiert wird, dass Bewohner sterben, macht die Arbeit mit ihnen sehr viel Spaß. Man bekommt sehr viel zurück und lernt schnell, Verantwortung für den anderen zu übernehmen.“

Im Rahmen der Kooperation erhalten die Schülerinnen und Schüler der Hauptschule einen Einblick in die verschiedenen Arbeitsbereiche des Deutschen Roten Kreuzes. „Wir bieten vielfältige Arbeits-, Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Neben der Ausbildung in der Altenpflege bilden wir auch Kaufleute im Gesundheitswesen aus, außerdem stellen wir Erzieher, Sozialpädagogen, Rettungsassistenten u.v.m. ein“, erklärte Dr. Josef Peters, Kreisgeschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Leverkusen e.V.

Gerade den Hauptschülern möchte er aufzeigen, welche Perspektiven sie haben: „Auch mit einem Hauptschulabschluss kann man nach einer Pflegeausbildung und einer funktions- oder fachbezogenen Weiterbildung die Zulassung zu einem Bachelor-Studiengang erreichen!“

„Für uns steht das Menschliche im Mittelpunkt“, betonte Dragana Peters, Leiterin des sozialen Dienstes. „Wir sehen uns, die Mitarbeiter und die Senioren, wie eine Familie. Die Schülerinnen und Schüler sollen hier herausfinden, wo ihre Stärken liegen und wie schön dieser Beruf sein kann! Natürlich werden sie auch gefordert, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit sind ein Muss! Es ist besser, wenn sie das schon vor der Wahl des Ausbildungsplatzes lernen als während der Ausbildung.“

„Nachdem wir sahen, dass die Abbrecherquote bei den Auszubildenden sehr hoch waren, war uns klar, dass wir früher ansetzen und dazu beitragen müssen, die Schü-lerinnen und Schüler besser auf eine solche Ausbildung vorzubereiten“, bestätigte Dr. Peters.

„Für unsere Schülerinnen und Schüler bietet die Kooperation viele Chancen“, freute sich Carola Peters, Schulleiterin der GHS Neukronenberger Straße. „Neben dem Einblick in die Berufspraxis haben wir schon viele Ideen, den Unterricht durch praxisbezogene Projekte zu bereichern.“ Schülerinnen der 5. und 6. Klassen, die während der Ratifizierung eine Tarantella aufführten, lieferten z.B. die Idee zu einem italienischen Tag im Pflegeheim.

KURS-Koordinatorin Judith Abel stellte fest: „Gerade im Bereich Altenpflege ist es wichtig, das häufig sehr negativ besetzte Bild in der Öffentlichkeit zu korrigieren und die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Erfahrungen machen zu lassen. Nur so werden sie sich bewusst für oder gegen eine Ausbildung entscheiden können.“

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