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Begabtenförderung: Schülerinnen und Schüler lernen Chinesisch – Bericht aus der Kooperation Gesamtschule Reichshof und Elektrisola Dr. Gerd Schildbach GmbH & Co. KG

9.3.2007. Rheinisch-Bergischer Kreis.

REICHSHOF -„Mein Vater hat zunächst geschmunzelt, als ich ihm mitteilte, ich lerne jetzt chinesisch“, sagt Florian Bauer (Stufe 11). „Aber jetzt ist er selber neugierig, wenn ich ihm aus unserer Arbeitsgemeinschaft Chinesisch erzähle, und meine Mutter war von Anfang an interessiert“, fügt er hinzu.

Ähnlich berichten andere Schülerinnen und Schüler von der Reaktion ihrer Eltern auf die Arbeitsgemeinschaft Chinesisch an der Gesamtschule Reichshof. Karina Bialkowski (Klasse 10d) erklärt, ihr Vater sei selbst beruflich vor kurzem in China gewesen und begrüße ihr Engagement für diese für uns so exotische Sprache.
Die wirtschaftliche Entwicklung in Fernost und die globalen ökonomischen Verflechtungen der Märkte machen Kenntnisse der chinesischen Kultur und Sprache für viele Berufe und Karrieren geradezu zwingend erforderlich. Diese Beweggründe führen auch einige Schülerinnen und Schüler der Arbeitsgemeinschaft an, wenngleich auch Neugier (Karina Bialkowski) und ein Hauch von Exklusivität mit der chinesischen Sprache verbunden werden. „Chinesisch? Das kann nicht jeder“, sagt Christian Hannes (Klasse 9c) und fügt hinzu: „Kenntnisse im Chinesischen machen sich als Vermerk auf einem Zeugnis sicher nicht schlecht.“
Seit vier Wochen existiert die Chinesisch-AG an der Gesamtschule Reichshof. Geleitet wird sie von Mei-Hsiang Siebenhaar mit zwei Wochenstunden im Nachmittagsbereich. Bedingung Frau Siebenhaars war jedoch, dass sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer verpflichten, mindestens eine weitere Wochenstunde für Vor- und Nachbereitung zu investieren. Jennifer Wolf (Klasse 8c) meint dazu: „Dass einige von uns dadurch einen langen Unterrichtstag mehr haben und die Arbeit zusätzlich zu den anderen Fächern erledigt werden muss, hält uns nicht von diesem Kurs ab.“ „Entscheidend ist, dass wir alle die Sprache lernen wollen. In der gemeinsamen Arbeit herrscht eine sehr angenehme Atmosphäre“, setzt Florian Bauer hinzu.
Wie die Schülerinnen und Schüler von der Arbeitsgemeinschaft erzählen, ist beeindruckend. Christian Hannes schreibt nebenbei die chinesischen Schriftzeichen von eins bis zehn auf, während Jennifer Wolf und Karina Bialkowski Ausführungen über Betonungs- und Schriftzeichen machen. „Für uns klingt Chinesisch wie Singen“, meint Karina Bialkowski. Furcht vor den vielen Schriftzeichen zeigen die Schülerinnen und Schüler nicht. Sie gehen die Sache mit einer Mischung aus Ernst und Spiel an. Erleichtert wird der Zugang durch die Beschäftigung mit der chinesischen Kultur schon anhand scheinbar einfacher Tätigkeiten. „Frau Siebenhaar hat uns neulich erst gebeten, mit Stäbchen essen zu lernen. Das sah leicht aus, war aber dann doch schwierig. Erst recht, als wir mit den Stäbchen Haselnüsse in den Mund bugsieren sollten“, erklärt Jennifer Wolf. „Spannend ist auch, wie sich die chinesischen Schriftzeichen aus Bildzeichen entwickelt haben und was die Chinesen unter der Philosophie von Ying und Yang verstehen“, merkt Florian Bauer an.
Dieter Ströhmann, der Schulleiter der Gesamtschule Reichshof, erläutert, wie das ‚Unternehmen Chinesisch’ an seiner Schule zustande gekommen ist. Es ist ein Ergebnis der Ende vergangenen Jahres ratifizierten Kooperation der Gesamtschule mit der Eckenhagener Firma Elektrisola, die im Rahmen ihrer weltweiten Operationen auch in China ein Werk betreibt und zahlreiche Mitarbeiter bereits im Chinesischen schult. Der Inhaber der Firma Elektrisola, Dr. Detlef Schildbach, hatte am Rande der feierlichen Kooperationsunterzeichnung seine Firma als Sponsor für einen Chinesisch-Kurs angeboten. Marion Grau, die für die Gesamtschule Reichshof zuständige Dezernentin in der Bezirksregierung Köln, engagierte sich für dieses Angebot ebenso nachdrücklich wie die Schulleitung der Gesamtschule Reichshof.
Die Arbeitsgemeinschaft versteht sich nach den Ausführungen Dieter Ströhmanns als ein besonderes Angebot im Rahmen der Begabtenförderung der Schule. Teilnehmen können Schülerinnen und Schüler der Klassen sieben bis elf, die in den übrigen Unterrichtsfächern ausgezeichnete Leistungen aufweisen.
„Die Unterstützung bedeutet für die Firma Elektrisola ein pädagogisches Anliegen, aber auch einen Kostenfaktor. Sie ist darum deutlich als Manifestation des Engagements der Firma für unsere Schule zu würdigen“, hält Dieter Ströhmann fest.
Berthold Grütz, der Didaktische Leiter der Gesamtschule Reichshof, versteht die jetzige Arbeitsgemeinschaft als Probelauf, dessen Erfolg Grundlage für die weitere Planung sein soll. Dieter Ströhmann: „Wir arbeiten an einem Modell, das für das Erlernen der chinesischen Sprache Kontinuität an der Schule gewährleisten soll.“
In diese Richtung zielen auch die Wünsche der Schülerinnen und Schüler. Florian Bauer erklärt als Minimalziel seiner Bemühungen um die chinesische Sprache: „Ich möchte am Ende der Stufe 13 einmal als Tourist in China ohne Englisch klar kommen und vielleicht auch beruflich auf meinen Sprachkenntnissen aufbauen können.“ Jennifer Wolf möchte, scheinbar ganz bescheiden, mindestens so lange chinesisch lernen, bis sie die Schrift möglichst gut beherrsche.“

Artikel und Foto: Gesamtschule Reichshof

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