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Jung und Alt gemeinsam auf KURS

28.7.2011. Rhein-Sieg-Kreis.

MUCH. Ein Seniorenzentrum als außerschulischer Lernort für eine Schule? In der Gemeinde Much haben sich Partner gefunden, die hier große Chancen sehen und zukünftig zusammenarbeiten wollen. Die GHS Much und das AZURIT-Seniorenzentrum Altes Kloster schlossen am 12.7.2011 eine KURS-Kooperationvereinbarung und besiegelten damit feierlich das gemeinsame Vorhaben.

Das Seniorenzentrum ist den Muchern bereits seit Jahren auch als Veranstaltungsort bekannt. In Zukunft werden sich Schülerinnen und Schüler der GHS Much in einige Veranstaltungen des Seniorenheims, wie z.B. dem Sommerfest oder der Karnevalsfeier einbringen. „Unsere Schülerinnen und Schüler profitieren sehr von diesen Projekten. Denn hier können sie in der Schule Gelerntes unter realen Bedingungen anwenden.

Für das Sommerfest z.B. können sie ihre in Hauswirtschaft erworbenen Fähigkeiten umsetzen, was natürlich sehr motivierend ist“, erklärt Sabine Zies, Konrektorin der GHS Much. „Wir planen aber nicht nur die Zusammenarbeit bei solch großen Veranstaltungen. Wir wollen unsere Schülerinnen und Schüler auch bei Aktionen zusammen mit einzelnen Bewohnern einsetzen wie Waffeln backen und Spazierengehen“, ergänzt Tim Graaf, Berufswahlkoordinator der Schule. Michaela Schneider, Hausleiterin des AZURIT Seniorenzentrums ist es wichtig, „dass wir Jung und Alt zusammenführen und dazu beitragen, gegenseitige Vorurteile und Hemmschwellen abzubauen. Außerdem ist es so, dass Berufe in der Altenpflege zu wenig bekannt sind. Dabei gibt es für die jungen Leute in diesem Bereich gute Ausbildungs- und Karrierechancen“. Aus diesem Grund planen die Partner auch Projekte zur Berufsorientierung wie das Berufswahlcamp oder den Boy’s Day.

AZURIT Bereichsleiterin Annette Dülcke kommentiert das Projekt mit den Worten: „Die neue Kooperation mit der Gemeinschaftshauptschule Much passt ausgezeichnet zu unserer Firmenphilosophie, ein nach allen Seiten „offenes Haus“ in der jeweiligen Region zu führen. Unsere Bewohner sollen sich als aktives Mitglied der Gemeinde fühlen. So handeln wir stets getreu dem Motto „Integration statt Isolation“ und nutzen alle Chancen, generationsübergreifende Aktivitäten zu initiieren bzw. zu unterstützen. Außerdem passt das Projekt hervorragend in unser Konzept „NachwuchsOffensive“. Hier gehen wir gezielt auf Schulen im Umfeld unserer Einrichtungen zu, um das Interesse junger Menschen an einem Beruf im Markt der Altenhilfe zu wecken!“

Nach Auffassung von Schulamtsdirektor Michael Blöß bieten Unternehmen als außerschulische Lernorte sehr gute Handlungsfelder für die Schülerinnen und Schüler: „Durch die Praxisorientierung können Schülerinnen und Schüler ganz individuell gefördert werden. Wenn ein Schüler einem alten Menschen vorliest und ihm Gesellschaft leistet, so profitiert nicht nur der ältere, sondern auch der junge Mensch. Der Schüler trainiert z.B. seine Lesekompetenz, stärkt seine personalen Fähigkeiten wie Empathie oder Selbstsicherheit uvm“. Dies bestätigt auch Dario Thomas, stellvertretender Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung der IHK Bonn/Rhein-Sieg. „Die Jugendlichen erwerben Schlüsselqualifikationen, die ihre Chancen auf eine Berufsausbildung auf dem Arbeitsmarkt verbessern. Darum ist eine frühe Begegnung mit der Arbeitswelt von enormer Bedeutung. Die Kooperationspartner sind hier auf einem sehr guten Weg.“

Die Vernetzung von Schule und Arbeitswelt ist Ziel der Bildungsinitiative KURS. KURS, „Kooperation Unternehmen der Region und Schule“ ist eine Gemeinschaftsinitiative der Bezirksregierung Köln, der Industrie- und Handelskammern Bonn/Rhein-Sieg, Aachen und Köln sowie der Handwerkskammer zu Köln.

Auch für den Rhein-Sieg-Kreis hat die Zusammenarbeit von Schulen und Unternehmen große Bedeutung. Dies unterstreicht Hans Clasen, Schulamtsleiter des Rhein-Sieg-Kreises: „Die Zusammenarbeit von Schulen und Unternehmen der Region ist ein wichtiger Aspekt, wenn es darum geht, den Übergang zwischen Schule und Beruf zu gestalten. Für den Rhein-Sieg-Kreis ist dies ein Thema von herausgehobener Bedeutung. Wir haben deshalb in der Kreisverwaltung ein Regionales Bildungsbüro eingerichtet. Von dort werden Maßnahmen des Übergangsmanagements in der Region vorbereitet und koordiniert. Ein wichtiges Instrument beim Übergang in den Beruf stellt die Initiative KURS dar, daher begrüßen wir die Kooperationsvereinbarung, die heute unterzeichnet wird, sehr.“

Dem konnte sich Norbert Büscher, Beigeordneter der Gemeinde Much, nur anschließen. „Ich freue mich über die Aufgeschlossenheit und das Engagement der Partner. Das AZURIT Seniorenheim ist aus dem Kulturleben unserer Gemeinde nicht mehr wegzudenken. Die Hauptschule zeichnet sich ebenfalls dafür aus, dass sie sich öffnet. Dies ist bereits die 3. KURS-Partnerschaft, die die GHS Much abschließt. Letztlich dient solch eine Kooperation auch der Gemeinde Much als Standortfaktor. Die Ziele der Bildungsinitiative KURS unterstütze ich sehr. Den Lernpartnern wünsche ich viel Erfolg für ihre Zusammenarbeit.“

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