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Wieviel Energie benötigt ein Supermarkt?

23.3.2010. Rhein-Erft-Kreis.

KÖLN. Juliane, Truc-Mai, Bennet, Sarah erkunden mit Ihren Mitschülern den Energieverbrauch in Unternehmen

Ihre Schule kooperiert seit 2008 mit der Kaufland Filiale in Köln-Marsdorf. Thema des Besuches heute: „Energie und Energieeinsparung“ bei Kaufland.

1,5 Millionen kWh Strom: Die Schülerinnen und Schüler löcherten Herrn Ropohl, den Hausleiter in Köln-Marsdorf, zunächst einmal mit Fragen zum Energieverbrauch: Wie viel Strom wird im Markt pro Jahr verbraucht? Wofür wird der Strom verbraucht? Gibt es Energiesparlampen? Dazu ein paar klare Antworten: Etwa 1,5 Millionen kWh Strom verbraucht der Markt pro Jahr. Um den Jugendlichen diese Zahl zu veranschaulichen, wurde ein Vergleich zu einem 4-Personen-Haushalt gezogen. Dieser verbraucht durchschnittlich etwa 5.000 kWh Strom pro Jahr. Da stellt sich natürlich schnell die Frage nach den Kosten. Die Schüler grübelten, wie hoch denn die Stromrechnung bei einem Verbrauch von 1,5 Millionen kWh sein würde, wenn der Stromanbieter für die Kilowattstunde 15 Cent berechnet. „Das geht auf jeden Fall ganz schön ins Geld“, bemerkte Marcel.

20.000 Kubikmeter Gas: Auch andere Zahlen beeindruckten die Schüler: Pro Jahr werden 20.000 Kubikmeter Gas verbraucht. Der Gasverbrauch geht dabei vor allem zu Lasten der Temperierung – Heizen und Kühlen im Markt. Alleine für den Dezember habe der Markt eine Heizrechnung von 7.000 Euro bezahlen müssen, so Hausleiter Ropohl. Zum Thema „Energiesparleuchten“ gab es zunächst einmal ein „Nein“. Statt Energiesparleuchten setzt der Markt Leuchtstoffröhren ein, die bei einem relativ geringen Energieeinsatz eine möglichst hohe Energieausbeute erbringen. Dennoch stehe das Thema „Energiesparen“ im Unternehmen ganz hoch im Kurs und die Entwicklung sei noch lange nicht am Ende. Durch einfache Maßnahmen, wie z.B. die Beleuchtung zeitweise zu reduzieren oder die Kühlung ein wenig zu drosseln, lassen sich gewaltige Energiemengen einsparen ohne die Sicherheit der Kunden zu gefährden, so der Hausleiter.

Energiedetektive im Markt: Nach den Einführungen ging es für die Schüler an die Arbeit: Sabine und Nagihan hatten den Auftrag, die Leuchten im Markt zu zählen, Swantje und Marielena machten sich auf den Weg, die offenen Kühltheken und die geschlossenen Kühltruhen zu zählen und jeweils die Temperatur in den Geräten abzulesen. Juliane ging mit Herrn Schmitz, dem Haustechniker zum Stromzähler, um den Zählerstand in verschiedenen Zeitintervallen abzulesen.

Die Leuchtenzählgruppe kam auf immerhin knapp 1500 Leuchten. Das war aber erst der Anfang. Jetzt musste gerechnet werden: Wie hoch ist der Stromverbrauch pro Stunde, wenn sämtliche Leuchten eingeschaltet sind? Wie hoch ist der Stromverbrauch pro Tag, bei einer Brenndauer von 16 Stunden, u.s.w.? Wie hoch sind die Beleuchtungskosten pro Tag, pro Monat und pro Jahr. Dass das ins Geld geht, war allen schnell klar.

56 Kühltruhen und Kühltheken müssen mit Strom versorgt werden: Das hätte auch keiner gedacht! 40 offene Kühltheken und 16 geschlossene Kühltruhen konnten die Schülerinnen zählen. Während die Kühltheken mit durchschnittlich 3°C betrieben werden, liegt die Temperatur in den Kühltruhen mit ca. – 27°C deutlich niedriger. Wenn doch die Kühlung so viel Energie verbraucht, so stellten sich die Schülerinnen dieser Gruppe die Frage, warum die Kühltheken nicht auch geschlossen werden. „Hier greift eine Technik“, so Hausleiter Ropohl, „die einen Kälteschleier erzeugt, der die Kälte wie bei einer geschlossenen Tür nach außen abschirmt. Mit einer Infrarotkamera würdet ihr erkennen, dass die Kälte in der Theke bleibt und nur ein geringer Wärmeaustausch stattfindet“.

Juliane konnte schließlich belegen, dass so viel Licht, Kühlung und die anderen Prozesse tatsächlich eine Menge Strom verbraucht. Das Ablesen des Stromzählers ergab, dass innerhalb von 30 Minuten 23 kWh Strom verbraucht wurden – das ist etwa der 1,5-fache Tagesverbrauch eines durchschnittlichen 4-Personen-Haushalts.

Zum Schluss des Besuchstages im Markt ging es noch in die Kühllager. Dabei war der erste Raum mit etwa 3°C noch vergleichsweise angenehm temperiert. Im dahinter liegenden Kühlhaus herrschte eine arktische Temperatur von – 27°C vor. Auch hier bekamen die Schülerinnen und Schüler abschließend noch einmal eine Vorstellung davon, dass ein Supermarkt viel Energie benötigt und dass sparsamer Umgang mit der Energie Kosten reduziert und Umwelt schont. 

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