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Handwerk macht Schule – Erste Hauptschulkooperation mit dem Handwerk in Nümbrecht besiegelt

22.8.2007. Oberbergischer Kreis.

NÜMBRECHT: Die Nümbrechter Albert-Schweitzer-Schule hatte ein buntes Rahmenprogramm auf die Beine gestellt, um die Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung mit der Bäckerei Schmidt am 16.08.2007 zu feiern.

Mit dem Lied „In der Schmidt’schen Bäckerei“ und Stellwänden zur Kooperation bedankten sich die Schüler auf ihre Weise bei „ihrem Bäcker Schmidt“ für die Unterstützung. Beide Partner arbeiten bereits seit vielen Jahren erfolgreich zusammen. So ist die Bäckerei Schmidt jedes Jahr auf der Berufswahlmesse der Hauptschule Nümbrecht vertreten, wo er interessierte Schülerinnen und Schülern über die Ausbildung in dem Handwerksberuf des Bäckers informiert. Schüler, die in seinem Betrieb ein erfolgreiches Praktikum absolviert haben, können sich gute Chancen ausrechnen, eine der vier Lehrstellen zu besetzen, die die Bäckerei jährlich ausschreibt.

Ihre langjährige fruchtbare Zusammenarbeit haben sie nun unter das Dach von KURS gestellt, um die Vorteile der Einbindung in einen überregionalen Verbund zu nutzen. „Mit dieser Lernpartnerschaft wollen wir die intensive Berufswahlvorbereitung der Schule mit der Bäckerei Schmidt untermauern“, betonte Schulleiter Hermann Wefelnberg.

Mengen- und Mischungsrechnen ganz konkret

Gemeinsam wurden Kooperationsthemen entwickelt, die auch gemeinsam umgesetzt werden sollen. Ob es nun um Mengenberechnung oder um Preiskalkulation geht, in den Fächern Arbeitslehre/Wirtschaft, Arbeitslehrer/Hauswirtschaft und Mathematik hat Bäckermeister Schmidt demnächst ein Wörtchen mitzureden. Was Kundenorientierung konkret bedeutet, werden die Schüler im Betrieb hautnah erfahren, worauf es in der Ausbildung ankommt, lernen sie auch aus der Sicht der Azubis kennen, und gemeinsames Brot- und Kuchenbacken stehen ebenfalls auf dem Programm.

Unterrichtsstoff der Schule ist in der Praxis gefragt

Dietmar Schmidt sieht die Probleme seiner Auszubildenden, die mit einem Hauptschulabschluss die Lehre begonnen haben, ganz nüchtern. „Die Ausbildung eines Hauptschülers ist für den Betrieb sehr arbeitsintensiv, weil sie meistens Probleme mit den Anforderungen der Berufsschule haben“, so der Bäckermeister. „Ich möchte ihnen vermitteln, dass es sich lohnt, sich in der Schule anzustrengen. Die Theorie in der Schule wird sehr wohl in der täglichen Praxis im Handwerksbetrieb benötigt. Das Lernen bleibt, hinzu kommt die Arbeit“, unterstrich Schmidt.

Kai Uffelmann, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, begrüßte die Besiegelung der ersten Lernpartnerschaft einer Hauptschule mit einem Handwerksbetrieb im Oberbergischen Kreis. „Den größten Teil des Nachwuchses findet das Handwerk auch derzeit in den Hauptschulen. Daher brauchen wir engagierte Betriebe, die die Schulen tatkräftig dabei unterstützen, ihre Schüler bestmöglich auf die Anforderungen in Ausbildung und Beruf vorzubereiten“, so Uffelmann.

Hauptschulen bieten Perspektiven

„Die Perspektiven, die die Hauptschule bietet, müssen auch in der Öffentlichkeit wieder in den Fokus gerückt werden“, sagte Schulrat Artur Broch. Lernpartnerschaften leisteten hierzu einen wesentlichen Beitrag, so der Schulrat. Er appellierte an das Handwerk, Hauptschülern eine Chance zu geben. Bisher seien im Oberbergischen Kreis zwei Hauptschulen mit IHK-Betrieben verbunden. „Im Hauptschulbereich haben wir noch Nachholbedarf bei Lernpartnerschaften mit Handwerksbetrieben“, erklärte der Schulrat. Dass Obermeister Dietmar Schmitt dabei mit seinem Engagement für die Albert-Schweitzer-Schule mit gutem Beispiel vorangehe, freue ihn besonders.

„Ich hoffe, dass diesem guten Beispiel noch viele Betriebe und Schulen folgen werden“, wünschte sich auch Bürgermeister Bernd Hombach und vergaß nicht, Schule und Unternehmen für ihre bisherigen intensiven Bemühungen zu danken, Schüler fit für die Ausbildung zu machen.

Angela Harrock, die die Partner auch bei der Erarbeitung ihrer Kooperationsvereinbarung unterstützt hat, gab hiermit ihren Einstand als neue KURS-Koordinatorin. Gemeinsam mit Ulrich Holländer betreut sie das Kooperationsnetz Unternehmen und Schulen im Oberbergischen Kreis.

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