KURS Urkunde zum 10-jährigen Jubiläum

KÖLN. Ford und Edith-Stein-Realschule, die tun was!

Seit gut 10 Jahren kooperiert die Edith-Stein-Realschule in Köln-Nippes mit den Ford Motorenwerken im Rahmen einer KURS-Lernpartnerschaft. Zu Ehren dieser langen erfolgreichen Zusammenarbeit wurde den Partnern am Freitag, den 13.11.09, in der Industrie- und Handelskammer zu Köln eine KURS-Urkunde überreicht.

Ford und Edith-Stein-Realschule gehören zu den Gründungspartnern der Gemeinschaftsinitiative KURS im Regierungsbezirk Köln. „Uns macht die Zusammenarbeit mit der Realschule viel Freude“, so Werkleiter Theo Streit. „Wir haben zwar grundsätzlich keine Schwierigkeiten Nachwuchs für unsere Berufe zu finden, weil sich auf die gut 200 Ausbildungsplätze pro Jahr mehr als 3500 junge Leute bewerben aber wir wollen etwas tun für die Schulen im Umfeld. Die Lernpartnerschaft ist für uns beste Nachbarschaftsarbeit“, so Streit. „Grundsätzlich fällt es uns leicht, die Jungs für unsere Themen zu begeistern. Immerhin werden in Köln u.a. Motoren für den Aston Martin hergestellt und da leuchten Jungenaugen von selbst. Um auch Mädchen zu gewinnen, da müssen wir uns anstrengen“.

Dass sich die Lernpartnerschaft auch um die Mädchen kümmert, davon kann Nora, Schülerin der Klasse 10, ein Lied singen: „Ich fand das toll, dass wir in einem Mädchenprojekt bei Ford praktische Dinge herstellen durften.“ Im Kerzenständerprojekt produzierten Mädchen der Edith-Stein-Realschule so z.B. Kerzenständer. Ilhan und Mohamed pflichteten ihr bei, als sie behauptete, dass die praktischen Erfahrungen, die sie bei Ford und anderen Unternehmen im Umfeld ihrer Schule gesammelt hat, wichtige Orientierungshilfe für ihre Berufswahl sei. Ilhan beispielsweise hat bei seinen Begegnungen mit der Arbeitswelt bei Ford für sich festgestelt, dass er etwas anderes will. „Das ist auch in Ordnung so“, findet Ausbildungsleiter Werner Scheffler. „Orientierung heißt für uns auch, dass danach nicht jeder zu uns will.“

Für Dorothee Gooßens von der Edith-Stein-Realschule ist die örtliche Nähe zu Ford ein zusätzlicher Segen. „Die kurzen Wege zum Nachbarunternehmen machen es möglich, praxisnahe Zugänge zu verschiedenen Aspekten betrieblicher Wirklichkeit zu finden“, so Dorothee Gooßens. „Die Zusammenarbeit mit den Ford Motorenwerken hat uns dabei gezeigt, wie ertragreich Öffnung von Schule für unsere Schülerinnen und Schüler sein kann. Aus dieser Erfahrung heraus haben wir in den letzten Jahren zusätzlich weitere Partnerschaften zu Unternehmen im Umfeld aufgebaut.“

„Die Zusammenarbeit kommt regelmäßig auf den Prüfstand“, so die für die Lernpartnerschaft zuständige KURS-Koordinatorin Veronika Heck. Noch vor kurzem fand die jährliche Inventurbesprechung statt, auf der das letzte Jahr besprochen und die Aktivitäten für das kommende Jahr geplant worden ist. Das Themenspektrum ist breit gefächert: In den letzten Jahren waren Manager und Experten im Unterricht der unterschiedlichen Fächer oder Schülerinnen und Schüler haben das Werk unter verschiedenen Fragestellungen und Aspekten erkundet. Ford Motoren waren Gegenstand im Physikunterricht oder Schülerinnen und Schüler haben ihr Traumauto im Kunstunterricht als Kooperationsprojekt entwickelt. Selbst Themen im Geschichtsunterricht, wie „die Römer im Rheinland“, wurden im Rahmen von Kooperationsprojekten angepackt. Mädchenförderung, individuelle Förderung sowie Berufsorientierung – mit der Zusammenarbeit konnten je nach Aufgabenstellung unterschiedliche Ziele realisiert werden.

Wilma Wojtczak, Dezernentin bei der Bezirksregeirung Köln und Gregor Berghausen, Geschäftsführer für den Bereich Aus- und Weiterbildung bei der IHK Köln hoben noch einmal hervor, dass durch KURS Unterricht anschaulicher und praxisnäher werden soll indem Beispiele aus der Wirtschaft in alle Fächer eingebunden werden sollen. Darüber hinaus ist die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft vor Ort natürlich auch ein schlagkräftiges Instrument im Übergangsmanagement Schule-Beruf. Beides sei mit dieser Zusammenarbeit gut gelungen.